Geschichte

WAppen

Englischer Baustil in Mecklenburgs Landschaft

 

Genießen Sie Ihre Ferien im Schloss und spüren Sie die Historie dieses Bauwerks.

 

 

Das kleine Schloss Poggelow wurde um 1848 nach den Plänen des Architekten Friedrich Hintzig, einem bekannten Schüler des heute weltbekannten Baumeisters Schinkel errichtet. Friedrich Hintzig entwarf ebenfalls andere Schlösser im Stil der Tudor-Gothik, die in Mecklenburg nur zum Teil wieder restauriert werden konnten.

Andere Baudenkmäler die zu jener Zeit im Tudorstil entstanden sind, sind zum Beispiel auch das Schloss Babelsberg, aber auch die Bäderarchitektur in Heiligendamm ist von diesem Stil beeinflusst.

Zu jener Zeit durchtrieb Deutschland das Streben zu nationaler Einheit. Nach den preußischen Reformen bildete sich nicht nur im aufstrebenden Bürgertum, sondern auch in den Reihen des Adels eine neue Elite mit dem Streben nach nationaler Einheit, aber auch gegen den Mief des Provinzialismus und der Kleinstaatelei.

Sowohl in Literatur, als auch in Kunst und Architektur hinterlies diese Zeit ihre Spuren. Schloss Poggelow demonstrierte mit seinen an den englischen Stil angelehnten Elementen diese Zeit des Aufbruchs.

Von 1848 bis 1891 blieb das Schloss im Besitz der bekannten Familie Bassewitz. Die Familie Bassewitz gehörte auch schon zu jenen Zeiten zu den bekanntesten Geschlechtern Mecklenburgs. Schon sehr früh bis hinein in die Zeit der Hanse entwickelte die Familie Baissewitz starke Relationen nach Schweden und trat teilweise in schwedische Dienste.

Auch zum Hofe der russischen Zaren wurden frühe und intensive Beziehungen geknüpft. Mehrmals weilte Henning-Friedrich von Bassewitz am Hofe von St. Petersburg bei Peter den Grossen. Die Entwicklung des Handels mit Schweden, Dänemarks, dem übrigen Ostseeraum und England trug maßgeblich zur Blüte der norddeutschen Städte und Kreise bei.

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Die Sage vom Ritter Bassewitz

Der Sage nach zog der Ritter Bassewitz 1411 gegen die Stadt Kyritz in der Prignitz. Er wollte die Stadt mit einer ganzen Schar von Kriegsmannen erobern. Unterhalb der Stadtmauer ließ er einen Graben ausheben, um so in die Stadt zu gelangen. Die Stadtbewohner aber bemerkten diese List und erschlugen den Ritter als er an die Erdoberfläche kam. Diese Geschichte ist im 19. Jahrhundert sogar zu einem Schauspiel „Kurt v. Bassewitz oder das gerettete Kyritz“ gestaltet worden. In Kyritz feiert man noch heute das alljährliche „Bassewitz-Fest“.

Im Schloss Poggelow befindet sich noch heute eine Nachbildung der Ritterrüstung des Kurt v. Bassewitz und die Streitaxt mit der der Ritter erschlagen wurde.

Das Wappen von Schloss Poggelow

Das Wappen von Schloss Poggelow ist wesentlich vom Familiewappen der Familie von Bassewitz geprägt. Seine Geschichte reicht bis in das Mittelalter. Der Dichter George Hesekiel hat in einem „Wappensagen“ betitelten Gedichtband auch dem Wappen der Familie Bassewitz eine tierarische Deutung geliefert. Darin wird geschildert wie die Rettung eines mecklenburgischen Fürsten geschah. Der Ritter Bernd von Bassewitz folgte der Fährte eines Keilers und rettete aus dem Kampfgetümmel den Fürsten. Mit des Dichters Worten rühmte der Fürst diese Tat:

„ Der beste Witz in Mecklenburg,
Der Bassewitz soll gelten,
Denn der half seinen Fürsten durch,
Als Feinde ihn umstellten.
Auch soll in seinem Silberschild
Hinford ein Eber springen,
Und Ruhm soll ihm solch Wappenschild
Noch bei den Enkeln bringen!“

Auch das Wappen von Schloss Poggelow zeigt einen aufspringenden Keiler. Dies ist sozusagen der Kern des Wappens. Ein weiteres ungewöhnliches Element im Wappen von Schloss Poggelow ist ein Löwe. Wir deuten diesen Löwen aus schwedischem Ursprung.

Der Grund ist eine „Wappenverbesserung“, als Belohnung für außerordentliche Dienste. Diese Wappenverbesserung erhielt Adolf Friedrich auf Neuhof, 1681-1740 als schwedischer Oberst vom König von England. Adolf Friedrich auf Neuhof führte als Diplomat 1719 den Friedenschluss zwischen Schweden und England herbei.

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